Während es den Parteien möglich ist, die Bedingungen eines Bauvertrags einzeln auszuhandeln, hat die Möglichkeit unerwünschter Abweichungen und des Umfangs des Missbrauchs von Verhandlungsmacht auf beiden Seiten dazu geführt, dass eine Reihe von Standardformverträgen von verschiedenen Unternehmen entwickelt wurden, und es ist nun üblich, dass in Großprojekten eines dieser Standardformulare als Grundlage für den endgültigen Bauvertrag verwendet wird. Eines der allgegenwärtigen Merkmale von Standardformverträgen ist der Versuch, eine “faire und ausgewogene” Risikoverteilung zu erreichen. Der Grund dafür ist, dass dies die besten Chancen auf eine erfolgreiche Projektabwicklung bietet. In Anlehnung an Shapiro stellt Lane fest, dass “ein Vertrag, der die Risiken zwischen einem Auftragnehmer und einem Arbeitgeber gerecht ausbalanciert, im Allgemeinen in Ermangelung von Bösgläubigkeit zu einem angemessenen Preis, einer qualitativen Leistung und einer Minimierung von Streitigkeiten führen wird.” Die FIDIC-Verträge stellen “internationale Benchmarks” in Bezug auf die Risikoallokation dar. Diese unterscheiden sich jedoch erheblich zwischen den verschiedenen Beschaffungsmethoden, die von der FIDIC-Suite angeboten werden. Wenn davon ausgegangen wird, dass die Roten und Gelben Bücher eine “ausgewogene” Risikoallokation bieten, stellt das Silver Book dem EPC/Turnkey Contractor ein deutlich höheres Risiko auf. In jedem Fall kann die Risikoallokation in den FIDIC-Allgemeinen Bedingungen durch die Verwendung besonderer Bedingungen weiter geändert werden. Die wichtigsten Bestimmungen über höhere Gewalt[44] in den FIDIC-Verträgen sind im Grunde die gleichen für die Roten, Gelben und Silbernen Bücher. [45] “Höhere Gewalt” wird als “außergewöhnliches Ereignis oder Umstand” definiert[46]. Höhere Gewalt muss nicht unvorhersehbar oder gar unvorhergesehen sein. [47] Es muss jedoch sein: Eine genaue Risikoidentifikation und eine gerechte und gerechte Risikoverteilung sind für die erfolgreiche Durchführung eines Projekts unerlässlich.

Sowohl der Arbeitgeber als auch der Auftragnehmer müssen kooperativ zusammenarbeiten, um eine gerechte Risikoteilung auf der Grundlage einer geeigneten Beschaffungsmethode zu erreichen und versuchen, typische Risiken unter Berücksichtigung der Art des jeweiligen Projekts und seiner spezifischen Erwägungen effizient zuzuweisen. Dabei soll das Frustpotenzial des Projektplans und die Häufigkeit von Baustreitigkeiten zum Nutzen aller Beteiligten verringert werden. Typische Risiken, die bei Bauaufträgen zwischen den Parteien aufgeteilt werden, sind: Bunni weist darauf hin, dass der Grundsatz der Risikokontrolle zwar eine leistungsfähige Methode bei der Bestimmung der Risikoallokation ist, aber nicht umfassend ist und andere Grundsätze genutzt werden müssen, um die Risikoallokation in einem Bauauftrag angemessen anzugehen.